Ist Opensource eine Alternative zu kommerzieller Software?
„Kost’ nix is’ nix !?
So, oder so ähnlich lautet ein Vorurteil, dass immer wieder der Opensource-Software entgegengehalten wird.
Ist das aber wirklich so?
Wie rechnet sich diese Software für den Hersteller, und ist jede kostenlose Software automatisch Open-source?
History,
Opensource Software ist die ursprünglichste Art Software zu entwickeln. Um das zu verstehen, muss man sich die Geschichte der Softwareentwicklung vor Augen halten. Bis in den Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts war man der Meinung mit der Entwicklung von Software kein Geld verdienen zu können. Die Vielzahl der damals vorhandenen Conmputerbetriebssysteme, die zudem auch noch komplett inkompatibel zueinander waren, ließen eine profitable Entwicklung von Software nicht zu. Computerprogramme wurden daher untereinander getauscht. Hintergedanke dieser Tauschgeschäfte war, dass man die Programme nicht nur tauscht, sondern auch eventuelle Programmfehler gemeinsam behebt. Erst mit der Entwicklung des Betriebssystems Unix begann die kommerzielle Entwicklung von Software profitabel zu werden. Dieses weit verbreitete, herstellerunabhängige Betriebssystem ermöglichte es erstmals Software in hoher „Stückzahl“ zu verkaufen.
Richard Stallman und die GPL
Leider brachte diese Kommerzialisierung auch mit sich, dass frei verfügbare Software plötzlich von Firmen „aufgegriffen“ wurde, um sie unter neuem Namen zu vertreiben. Was offensichtliche fehlte, war eine Form von Urheberschutz für frei verfügbare Programme.
Dieser Mangel sollte durch die Privatinitiative des damals sehr populären Programmierers Richard Stallman (er hatte zuvor unter anderem die Programmiersprache LISP, sowie den Editor Emacs entwickelt) behoben werden.
Richasrd Stallman ließ sich von amerikanischen Gerichten die sogenannte „General Public Licence GPL“ eintragen Stark verkürzt bedeutet diese, dass unter ihrer Licence stehende Programme nur mit frei verfügbarem Quellcode vertrieben werden dürfen. Somit ist es jedem Programmierer möglich, diese Programme weiter zu entwickeln. Eine solche Weiterentwicklung muss auch wieder frei verfügbar mit Quellcode zugänglich gemacht werden. Kurzum, einmal Opensource, immer Opensource.
Die Entwicklung
Die weitere Entwicklung dieser Art der Sorftware verlief zunächst sehr erfreulich. Immer mehr Programmierer stellten ihre Programme unter die GPL. Dieser Umstand sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Open-Source-Programme der ersten Stunde hauptsächlich Programme für Programmentwickler waren.
Erst das 1991 von Linus Torvalds entwickelte Open-Source-Betriebssystem LINUX führte dazu, dass im Rahmen des ständigen Wettbewerbs mit dem kommerziellen Windows immer mehr Programme für den „Endbenutzer“ verfügbar wurden.
Aktuelle LINUX-Versionen verfügen über ca. 40000 Programmpakete, die alle frei verfügbar im Sinne der GPL sind.
Freeware und Opensource
Nicht jede Form frei verfügbarer Software ist auch Opensource. Grundsätzlich gibt es viele unterschiedliche Beweggründe Software frei verfügbar zu machen. Neben ideellen Beweggründen, die z.B. die freie Verfügbarkeit der Software für einen möglichst großen Teil der Weltbevölkerung ermöglichen soll, gibt es auch Software die man als „Appetithappen“ bezeichnen kann. Hier werden abgespeckte „light“ oder veraltete Versionen zum freien Download angeboten. Ziel ist es hierbei, möglichst viele zahlende Kunden für die Vollversionen zu gewinnen. Normalerweise wird hier auch kein Quellcode mitgeliefert.
Opensource-Software liefert grundsätzlich den Quellcode mit aus, und hat zum einen das Ziel, die Software möglichst stark zu verbreiten, sowie durch die Vielzahl der Entwickler, die potentiell den Quellcode der Programme lesen können, eine besonders gute Qualität zu gewährleisten.
Und wie finanziert sich das?
Die Frage der Finanzierung wird sehr oft gestellt. Eine sehr grosser Teil der Opensource-Software wird von „ganz normalen“ IT-Firmen professionell entwickelt. Oftmals sind diese Entwicklungen nicht das mit Betriebsgeheimnissen versehene Hauptgeschäft der Unternehmen und es steht nichts dagegen, diese Programme der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, zumal hiermit auch ein beträchtlicher Imagegewinn winkt!
In anderen Fällen bieten die Firmen Dienstleistungen rund um Opensource-Produkte an, wie z.B. Serviceverträge, Schulungen, Dokumentationen…
Beispiele hierfür sind etwa OpenOffice/StarOffice, Ubuntu-Linux und andere Opensource-Projekte.
Die Vielzahl der Anwendungen…
…ist nahezu unübersehbar. Alleine auf Sourceforge.org sind über XXXXXX Opensourceprogramme bereitsgestellt. Die Palette reicht von der Office-Alternative OpenOffice, bis zu Programmiersprachen wie Ruby, Entwicklungssysteme wie Eclipse oder Netbeans, und viele weitere Anwendungen. Wegen der Sicherheit diesser Programme brauchen Sie sich keine Gedanken zu machen. Opensource-Software ist aufgrund der Tatsache, dass viele Entwickler an der Realisierung dieser Programme beteiligt sind, sowie der freien Verfügbarkeit des Codes nachweislich sehr sicher. Sollten Sicherheitsprobleme festgestellt werden, wird in der Regel in kürzester Zeit ein Update angeboten.
OpenOffice
Mit OpenOffice verfügt die OpenSource-Community über ein Paradebeispiel für anwenderfreundliche Programme. OpenOffice ist aus dem ehemals von einem hamburger Studenten entwickelten StarOffice hervorgegangen und steht den kommerziellen Alternativen in Pukkto Leistungsfähigkeit nicht nach.
In OpenOffice ist neben der Textverarbeitung Writer die Tabellenkalkulation Calc, das Zeichenprogramm Draw, die Datenbankanwendung XXX sowie das Präsentsationsprogramm Impress integriert. Damit deckt diese OfficeSuite die Funktionalität der MS-Programme Word, Excell, Paintbrush, Acess und Powerpoint ab.
Besonderes Augenmerk wurde dabei auf diverse Import- und Exportfunktionen gelegt. Damit steht der Verarbeitung MS-Office kompatilbler Dokumente nichts im Wege. Als problematisch erweisen sich hierbei allerdings in VisualBasic programmierte Macros, die nicht automatisch in OpenOffice-Basic übernommen werden können. Weon man davon einmal absieht, wird man bei OpenOffice jedoch keine Funktionen vermissen.tsache,
Hervorzuheben ist noch die Tatsache, dass OpenOffice sowohl für Linux, wie auch für Windows und MacOS unter http://www.openoffice.org zur Verfügung steht.
Gimp
Suchen Sie eine Alternative zur nicht ganz billigen Fotoverarbeitung Photoshop, dann sollten Sie sich einmal Gimp ansehen. Hierbei handelt es sich um eine sehr leistungsfähige OpenSource-Photoverarbeitung, die zwar nicht alle Features der sehr kostspieligen kommerziellen Alternativen bietet, jedoch für den privaten Gebrauch mehr als ausreichend ist.
Auch dieses Programm steht Ihnen sowohl für Linux, wie auch für Wirndows und MacOS zur Verfügung.
Die Opensource-Quellen
Neben den Internetseiten vieler Opensource-Projekte gibt es zentrale Anlaufstellen für Opensource. Eine der bekanntesten heirvon dürfte Sourceforge sein. Hier kann man Software aussuchen und für das gewünschte Betriebssystem einfach downloaden.
Wenn Sie das Opensource-Betriebssystem Linux ausprobieren wollen, empfehle ich hier exemplarisch die Diestribution ubuntu. Sie erhalten ubuntu-Linux unter http://www.ubuntuusers.org oder als fertige DVDs in Computerzeitschriften. Ubuntu, und andere sogenannte Livesysteme haben den Vorteil, dass Sie sie nicht auf ihrem Rechner installieren müssen. Sie stecken die DVD einfach ins Laufwerk, starten das System und können unter Linux arbeiten, ohne das Sie an Ihrem Windowssystem etwas verändern. Nach dem Runterfahren des Rechners verschwindet Linux komplett wieder von Ihrem Rechner.
Auf der Linux-DVD befinden sich bereits eine Vielzahl von Opensource-Programmen, die Sie jedoch um viele weitere Programme der Linuxdistribution erweitern können.
Sollten Sie weitere Informationen zum Thema Linux benötigen, können Sie unter http://rothmann-net.de/rossix/LinuxBasics&Scripting/LinuxBasics&ScriptingV2.0.pdf
meine Einführung zum Thema Linux kostenlos als PDF herunterladen.